Die Politik Trumps und der Tourismus

Donald Trump hat unbestritten einen ungemeinen Einfluss auf das Ansehen der USA. Wohl kaum ein anderer Präsident in der Geschichte der USA steht in diesem Ausmaß im Rampenlicht und wird kritisch betrachtet. In den meisten Fällen sorgt die Politik Trumps vor allem für Unverständnis bei seinen Verbündeten. Handelskriege und andere fragwürdige außenpolitische Entscheidungen sorgen für ein Verwunderung und lassen die USA als Urlaubsziel immer unattraktiver werden. Die angespannte politische Situation in den USA scheint dabei auch die Attraktivität der USA bei Urlaubern sinken. So hat der Tourismus mit einem starken Rückgang zu kämpfen. Doch wie genau zeichnet dieser Rückgang sich ab und welche Einflussfaktoren sind für diesen Rückgang verantwortlich?

Der Trump-Effekt?

Der Wahlslogan Donald Trumps war sehr nationalistisch mit seinem „America First“ ausgelegt. Doch ist dies alleine ein Grund dafür, dass die Touristen wegbleiben? Während die 12 größten Reiseziele Zuwächse in der Tourismusbranche verzeichnen konnten, ist die USA das einzige Land in diesen Größenordnungen, dass mit einem Rückgang der Touristen zu kämpfen hat. So sank der Anteil der Langstreckenreisen in den USA im Vergleich zum Jahre 2015 von 13,6 % auf nur noch 11,9 %. Die Ausgaben der Touristen sank ebenfalss um etwa 3,3 %. Die finanziellen Einbußen betragen hierbei 4,6 Milliarden Dollar.

Diese Entwicklung alleine der Politik Donald Trumps zuzuschreiben ist jedoch zu kurz gedacht. Zwar wurden unter Trump einige fragwürdige Entscheidungen getroffen, die die Attraktivität der USA bei Touristen insgesamt sinken ließ, doch der starke US-Dollar hat einen wesentlichen Anteil für die gesunkene Attraktivität der USA. Der starke US-Dollar bedeutet hierbei, dass das Reisen in die USA effektiv teurer wird. Daher weichen viele Touristen in Ziele aus, die sowohl günstiger sind, als auch eine einfachere Einreise ermöglichen. So werden erschwerte Einreisebedingungen ebenfalls als ein Grund genannt, weshalb die Tourismuszahlen rückläufig sind.

Die Einreisebedingungen

Die Einreise in den USA wurde seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 stetig erschwert. So sollte die Terrorgefahr minimiert werden. Gleichzeitig steigt allerdings auch der bürokratische Aufwand für Touristen in die USA einzureisen. Während in zahlreichen Ländern keine Prüfungen notwendig sind und häufig eine visumfreie Einreise für deutsche Staatsbürger möglich ist, ist die Einreise in die USA mit höheren Hürden verbunden.

Während viele Länder eine visumfreie Einreise ganz ohne Prüfung zulassen, ist in den USA auch für Kurzurlaube ein elektronischer Antrag auszufüllen. Diese elektronische Einreisegenehmigung wird ESTA genannt und muss mindestens 72 Stunden vor Abflug ausgefüllt werden. Hierbei besteht das Risiko, dass Sicherheitsbedenken dazu führen, dass die Einreise abgelehnt wird. Weitere Informationen zum ESTA-Antrag gibt es unter estaantrag.org.

Im Wahlkampf hat Donald Trump bereits angekündigt die Einreisemöglichkeiten für Muslime zu erschweren. Nach seiner Meinung dürften generell keine Muslime mehr in die USA einreisen. Entsprechende Dekrete, die diesen Grundsatz umsetzen sollten wurden allerdings von Gerichten wieder ausgesetzt. Dies bedeutet, der strenge Kurs gegen Muslime konnte zunächst nicht wie von Trump gewünscht durchgesetzt werden.

Die Dekrete wurden zwar von den Gerichten als nichtig erklärt, dennoch setzt sich Donald Trump weiterhin dafür ein, dass Reisende unter anderem aus Syrien, dem Jemen und Iran nicht mehr in die USA einreisen können. Auch wenn die Anweisung nun nicht mehr per Dekret erfolgt, setzt sich Trump dennoch für strengere Prüfungen ein. So sollen Konsularbeamte vermehrt ESTA Anträge von Personen aus diesen Ländern ablehnen. So können schon die geringsten Sicherheitsbedenken dazu führen, dass der Antrag der Personen mit muslimischen Glaubens abgelehnt wird. Für Touristen aus den europäischen Staaten sollen diese Verschärfungen allerdings nicht gelten.

Ein Versuch der Rettung des Tourismus

Die Mindereinnahmen von mehreren Milliarden US-Dollar gehen an der Wirtschaft nicht spurlos vorbei. So werden Maßnahmen getroffen, um die USA wieder bei Reisenden beliebter zu machen. So sollen die erschwerten Einreisebedingungen in Zukunft wieder gelockert werden, um das Land für Reisende attraktiver zu machen. Im Durchschnitt lässt jeder Urlauber etwa 4.400 US-Dollar in den USA und die Tourismusbranche war eine der am stärksten wachsenden Branchen. Der Rückgang der Reisenden schmerzt daher ganz besonders stark. Ob diese Erleichterungen allerdings schon unter der Regierung Donald Trumps umgesetzt werden ist zweifelhaft.

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